Die Papitzer Lehmlachen in der Nähe von Schkeuditz sind ein besonderes Naturjuwel in der Leipziger Auenlandschaft. Entstanden sind diese flachen Gewässer einst durch Lehmabbau, und sie wurden zu einem wertvollen Lebensraum, vor allem für Amphibien. In den 1970er-Jahren gab es Pläne, die Lachen zu verfüllen, um Ackerland zu schaffen. Doch engagierten Naturschützern ist es damals gelungen, eine Zerstörung der Lachen zu verhindern.
Heute gehören sie zum Naturschutzgebiet „Luppeaue“ und sind einer der letzten Lebensräume der stark gefährdeten Rotbauchunke (Bombina bombina). Mitte der 1980er-Jahre war der Bestand auf etwa 20 Paare geschrumpft, doch durch Gewässerpflege und Wiederbewässerung hat der NABU erreicht, dass sich der Bestand gut erholt hat.
Warum die Wiesen gemäht werden müssen
Artenreiche feuchte Wiesen mit vielen blühenden Pflanzen sind Teil einer natürlichen Auenlandschaft. Solche Wiesen müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sie nicht verbuschen und verloren gehen. Seit 2021 findet zusätzlich zur Mahd im Herbst eine Frühmahd vor dem 1. Juni statt. Damit sollen die Bestände des Großen Wiesenknopfs gefördert werden — diese Pflanze ist die Futterpflanze des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings, der an ihr seine Eier ablegt.
Der Arbeitseinsatz im Oktober 2025
Am 24. und 25. Oktober 2025 fand die Herbstmahd statt. Mit Motorsensen wurden drei Wiesen an den Papitzer Lachen gemäht, anschließend wurde das Schnittgut zusammengeharkt und mit Planen zum Rand der Wiesen transportiert. Durch die Mahd wird die Fläche vor Verbuschung geschützt, zugleich werden mit dem Mahdgut auch Nährstoffe entfernt.


Spannende Naturbeobachtungen
Beim Arbeitseinsatz waren wieder herrliche Naturbeobachtungen möglich. See- und Teichfrösche quakten um die Wette, dazwischen waren immer wieder Rotbauchunken zu hören. Auf der Wiese wurden Azurjungfern, Bernsteinschnecken, eine Ringelnatter, eine Blindschleiche sowie eine Waldeidechse entdeckt. Auch ein Höckerschwan und ein Schwarzspecht ließen sich sehen, ein Kuckuck ließ seine Rufe erschallen.
148 Tierarten nachgewiesen
2023 wurde vom NABU Leipzig die Artenvielfalt im Gebiet erfasst — Spinnen-, Pflanzen- und Insektenarten wurden untersucht, insgesamt wurden dabei 148 verschiedene Tierarten festgestellt. Dabei gelang auch ein besonderer Fund: Der Nachweis der Zahntrost-Sägehornbiene (Melitta tricincta). Diese Wildbienenart galt in Sachsen als ausgestorben.
Flächenkauf sichert die Zukunft
Um die Entwicklung des Gebietes im Sinne des Naturschutzes zu sichern, hat der NABU einige Flächen im Naturschutzgebiet „Luppeaue“ gekauft. Der NABU kümmert sich um den Erhalt der Lebensräume und reguliert den Wasserstand in den Lachen, sodass zu jeder Jahreszeit möglichst optimale, auentypische Bedingungen herrschen.
Beim nächsten Einsatz dabei sein
Die nächste Frühmahd an den Papitzer Lachen ist für Mai 2026 geplant. Wer mitmachen möchte, kann sich den Termin vormerken.
